Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen / Bildungskampagne „RedUse“ zu Gast an der Ernst‐Reuter‐Schule

Björn Wie­le vom Ham­bur­ger Ver­ein Mul­ti­vi­si­on such­te das Gespräch mit Jugend­li­chen der Ernst‐Reuter‐Schule, die sich anhand des mit­ge­brach­ten Films und vie­ler wei­te­re Infor­ma­tio­nen mit Nach­hal­tig­keit und dem scho­nen­den Umgang mit Res­sour­cen aus­ein­an­der­setz­ten. (Bild: Doro­thee Dor­schel)

(dor) Um den Umgang mit den Res­sour­cen der Erde, ob nach­wach­send oder nicht nach­wach­send, und um die Pro­ble­me der Konsum‐ und Weg­werf­ge­sell­schaft ging es in einem Film‐ und Infor­ma­ti­ons­vor­mit­tag an der Ernst‐Reuter‐Schule. Fra­gen des eige­nen und des glo­ba­len Kon­sums wur­den auf­ge­grif­fen und drei wesent­li­che Ansät­ze, die anfal­len­den Abfall­men­gen zu redu­zie­ren: „reu­se“ – wie­der­ver­wen­den und nicht ein­fach weg­wer­fen, „redu­ce“ – weni­ger ver­wen­den und „recy­cle“ – zurück in den Kreis­lauf.

Der Roh­stoff­ver­brauch in Deutsch­land und welt­weit nimmt wei­ter zu. Fast sämt­li­che Vor­kom­men natür­li­cher Res­sour­cen dro­hen zu erschöp­fen. Um den künf­ti­gen Genera­tio­nen die mate­ri­el­len und öko­lo­gi­schen Grund­la­gen zu erhal­ten, ist ein nach­hal­ti­ger Umgang mit unse­ren Res­sour­cen unum­gäng­lich. Doch wie sieht Nach­hal­tig­keit bei nach­wach­sen­den und nicht nach­wach­sen­den Roh­stof­fen aus? Wel­che Maß­nah­men ste­hen Län­dern, aber auch jedem Ein­zel­nen, dabei zur Ver­fü­gung?

Auf der Grund­la­ge die­ser und vie­ler wei­te­rer Fra­gen tourt die Bil­dungs­kam­pa­gne „RedU­se“ durch Deutsch­lands wei­ter­füh­ren­de Schu­len. Dabei mach­te die UNESCO‐Multivisionsschau in der ver­gan­ge­nen Woche auch Sta­ti­on an der Ernst‐Reuter‐Schule (ERS). Die­se hat­te den Besuch initi­iert, wie Rek­tor Vol­ker Hart­mann erläu­ter­te, und auch gleich das Max‐Planck‐Gymnasium zur Teil­nah­me ein­ge­la­den. Bereits im Unter­richt sei die The­ma­tik ange­ris­sen wor­den, im Vor­feld war zudem eine Aus­stel­lung an der ERS zu sehen gewe­sen.

450 Schü­ler von Klas­se fünf bis zehn erleb­ten nun die­se „Mul­ti­vi­si­on“ des gleich­na­mi­gen Ver­eins mit Sitz in Ham­burg, der sich zum Ziel gesetzt hat, Jugend­li­che direkt und unter­halt­sam dar­über zu infor­mie­ren, wie Nach­hal­tig­keit geht und wel­che Wich­tig­keit sie für ihr Leben hat. „Wir wol­len einer­seits ein Bewusst­sein für die Pro­ble­ma­tik schaf­fen“, erläu­ter­te am Ran­de Mode­ra­tor Björn Wie­le. Zum ande­ren sol­le ein Ver­ständ­nis für das eige­ne Ver­hal­ten geweckt wer­den und Hand­lungs­per­spek­ti­ven auf­ge­zeigt. „Jeder kann etwas bewir­ken“ lau­te­te eine Bot­schaft. Mit den Siebt‐ und Acht­kläss­lern stand der Poli­to­lo­ge aller­dings vor der schwie­rigs­ten Grup­pe. „In die­sem Alter sind die Jugend­li­chen nicht gera­de gut zu errei­chen.“ Je älter die Schü­ler, des­to weni­ger kom­me zurück, zei­ge sei­ne Erfah­rung bei sol­chen Ver­an­stal­tun­gen. „Auch wenn das jetzt nur ange­ris­sen wer­den konn­te, mei­ne Bit­te lau­tet, dass ihr euch wei­ter mit dem The­ma beschäf­tigt“, soll­te er am Ende appel­lie­ren.

Mit dabei war auch der ZAW, des­sen Ver­tre­te­rin Chris­ti­ne Funck sich vor­stell­te: „Wir orga­ni­sie­ren hier die Müll­ab­fuhr.“ Der Zweck­ver­band Abfall‐ und Wert­stoff­ein­samm­lung des Krei­ses Darmstadt‐Dieburg unter­stüt­ze die­se Kam­pa­gne, weil „auch wir Abfall ver­mei­den wol­len, bevor wir ihn ent­sor­gen müs­sen. Am bes­ten ist, dass Müll erst gar nicht ent­steht. Und wenn, dann redu­zie­ren“, riet sie. Ihr Vor­ge­setz­ter, Armin Keh­rer, der tech­ni­sche Geschäfts­füh­rer des ZAW, hat­te zu Beginn des Vor­mit­tags die Begrü­ßung vor­ge­nom­men.

Nut­zen und Zugang zu Res­sour­cen sind unge­recht ver­teilt, nicht alle Men­schen leben in einer Kon­sum­ge­sell­schaft oder auch: 80 Pro­zent der Din­ge, die gekauft wur­den, lan­den nach sechs Mona­ten schon auf dem Müll. Das und viel mehr nach­denk­lich Stim­men­des erfuh­ren die Schü­ler. „Wir ver­hal­ten uns so, als wür­de immer alles ver­füg­bar sein. Wir neh­men zu viel und das zu schnell und geben der Natur kei­ne Chan­ce“, hör­te man im Film.

Krass“ fan­den es eini­ge Jugend­li­che, „dass so viel ver­braucht wird“ und „schlimm“. Gera­de sie nut­zen moderns­te Infor­ma­ti­ons­tech­nik und tau­schen schnell die „alten“ durch neue Gerä­te aus. Sämt­li­che Res­sour­cen in einem Han­dy sei­en nicht nach­wach­send, erklär­te noch Björn Wie­le den Schü­lern, von denen sich die meis­ten gemel­det hat­ten auf die Fra­ge: „Wer von euch hat in den letz­ten zwei Jah­ren ein neu­es Han­dy gekauft? Und bei wem hat das alte noch funk­tio­niert?“

Wir reden hier über etwas, was für euer Leben Bedeu­tung haben wird“, mahn­te der Mode­ra­tor. Nicht nach­wach­sen­de Res­sour­cen wie Erd­öl zum Bei­spiel wer­de in 50 Jah­ren voll­stän­dig auf­ge­braucht sein, Kup­fer bereits in 31 Jah­ren. „Also nicht irgend­wann in tau­send Jah­ren, son­dern in eurer Lebens­zeit!“

Text und Bild: Doro­thee Dor­schel