Berufsinformationstag an der Ernst‐Reuter‐Schule bot erste Einblicke in die Berufswelt

Schul­lei­ter Mat­thi­as Hür­ten begrüßt alle Teilnehmer/Innen zum 5. Berufs­in­for­ma­ti­ons­tag in der Ernst‐Reuter‐Schule. (Bild und Text: Ernst‐Reuter‐Schule)

(Jo) Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag lud die Ernst‐Reuter‐Schule in Groß‐Umstadt, in Koope­ra­ti­on mit der Otz­berg­schu­le Leng­feld und der Eich­wald­schu­le Schaaf­heim, nun­mehr bereits zum fünf­ten Mal zu einem Berufs­in­for­ma­ti­ons­tag (BIT) ein.

Das Gan­ze rich­te­te sich an die Schü­le­rin­nen und Schü­ler sowie Eltern der 9. Haupt­schul­klas­sen, der 9. Real­schul­klas­sen und der Haupt­stu­fe der För­der­schu­le. Die Eltern konn­ten sich – was erwünscht war – natür­lich eben­falls infor­mie­ren. Den Schü­le­rin­nen und Schü­lern emp­fahl man die­sen Tag als Chan­ce zu sehen, die eige­ne Zukunft posi­tiv anzu­ge­hen. Ange­sagt hat­ten ihr Kom­men 23 Fir­men und Insti­tu­tio­nen.

Die Industrie‐ und Han­dels­kam­mer (IHK Darm­stadt) sowie die Agen­tur für Arbeit infor­mier­ten über freie Aus­bil­dungs­plät­ze und ihre Lehr­stel­len­bör­se. Unter ande­rem emp­fahl die Bun­des­agen­tur für Arbeit den Eltern ihrem Kind eine Berufs­prak­ti­ka zu ermög­li­chen. Hier könn­ten näm­lich schon Sohn oder Toch­ter prü­fen, ob die beruf­li­che Rea­li­tät über­haupt dem ange­streb­ten Berufs­wunsch ent­spricht. Zudem wur­den in Bro­schü­ren Tipps gege­ben, wie man eine Bewer­bung rich­tig gestal­tet.

Ins­be­son­de­re mach­te die IHK, ver­tre­ten durch Flo­ri­an Best und Jes­si­ca Bus­alt von der Aus‐ und Wei­ter­bil­dung, Rekla­me für ihr „Azubi‐Speed‐Dating“ am 29. März 2019 in der IHK Darm­stadt, Rhein­stra­ße 89. Das bie­tet sich an für alle, die noch einen Aus­bil­dungs­platz für das Aus­bil­dungs­jahr 2019 suchen. Das Speed‐Dating ermög­licht eine ers­te Kon­takt­auf­nah­me mit Fir­men­ver­tre­tern, durch ein per­sön­li­ches Gespräch. Die Teil­neh­mer und Fir­men­ver­tre­ter haben genau 10 Minu­ten Zeit um sich gegen­sei­tig von­ein­an­der zu über­zeu­gen. Mit­zu­brin­gen sind Lebens­lauf und letz­tes Schul­zeug­nis. Anmel­dun­gen kön­nen erfol­gen unter: www.ausbildung.darmstadt.ihk.de

Mit dabei beim Berufs­in­for­ma­ti­ons­tag in der Ernst‐Reuter‐Schule in Groß‐Umstadt war auch die Dia­ko­nie­sta­ti­on Groß‐Umstadt/Otzberg. Sie infor­mier­te die Schü­le­rin­nen und Schü­ler über die Chan­cen der Pfle­ge­be­ru­fe. Die Gesell­schaft wird immer älter und Pfle­ge­fach­kräf­te drin­gend gesucht. (Bild und Text: Karl Joh­mann)

Bei unse­rem Rund­gang tref­fen wir zunächst auf einen Klas­sen­saal wo wir auf das Cate­ring Unter­neh­men „Bant­schow & Bant­schow“ tref­fen. Das Fami­li­en­un­ter­neh­men enga­giert sich im Bereich Cate­ring sowie in der Schul­ver­pfle­gung und dem Geschirr & Equip­ment­ver­leih. Begon­nen hat es in einem klei­nen Läd­chen in Klee­stadt auf 21 Qua­drat­me­tern Küchen­flä­che. Mitt­ler­wei­le wur­de die Pro­duk­ti­on nach Klein‐Umstadt ver­la­gert, wo jetzt eine Flä­che von 500 Qua­drat­me­tern zur Ver­fü­gung steht. Man ver­bin­det hier Klee­städ­ter & Klein‐Umstädter Hand­ar­beit mit Kochen aus Lei­den­schaft.

Wie es in einer sol­chen Genie­ß­er­welt zugeht und wel­che Vor­aus­set­zun­gen für eine Anstel­lung zu erfül­len sind, dar­über infor­mier­ten Per­so­nal­re­fe­ren­tin Yvon­ne Koch und Köchin Michel­le Heyl. Bevor sich jemand um eine Aus­bil­dungs­stel­le bemüht, so die Per­so­nal­re­fe­ren­tin, soll­te er vor­ab ein­mal ein Prak­ti­kum absol­vie­ren, um zu sehen ob die­ser Beruf über­haupt der rich­ti­ge für ihn ist. Ein wei­te­res Kri­te­ri­um sei, dass ihm das Team zusa­ge und die Arbeits­um­ge­bung sei­nen Vor­stel­lun­gen ent­spre­che. Aus­ge­bil­det wür­den Köche und Köchin­nen sowie Ver­an­stal­tungs­kauf­män­ner und Ver­an­stal­tungs­kauf­frau­en.

Bezüg­lich des Kun­den­krei­ses baue der Cate­rer auf zwei Stand­bei­nen auf. Das eine sei die Lie­fe­rung an Schu­len und Kin­der­gär­ten und das zwei­te Stand­bein sei­en kuli­na­ri­sche Events. Dafür habe „Bant­schow & Bant­schow“ bei­spiels­wei­se die Räum­lich­kei­ten der „Genie­ß­er­welt“ in Leng­feld ange­mie­tet, wo auch Hoch­zei­ten aus­ge­rich­tet wer­den, zum Brunch ein­ge­la­den wird und zahl­rei­che ande­re hoch­klas­si­ge Events statt­fin­den.

Die Aus­bil­dung als Koch oder Köchin dau­ert drei Jah­re. Die Ver­gü­tung beläuft sich am Ende der Aus­bil­dung auf rund 800 Euro und man erhält eine umfas­sen­de Aus­bil­dung in geho­be­ner Küchen­kul­tur. Es bedeu­tet aber auch fle­xi­bel bezüg­lich der Arbeits­zei­ten zu sein, Krea­ti­vi­tät zu ent­wi­ckeln und kon­takt­freu­dig zu sein, ins­be­son­de­re bei einer „Live Coo­king Show“ vor Gäs­ten. 

Der Berufs­in­for­ma­ti­ons­tag, zu dem all­jähr­lich die Ernst‐Reuter‐Schule in Groß‐Umstadt ein­lädt, bie­tet den Fir­men eine idea­le Platt­form um für Nach­wuchs zu wer­ben. Über die Attrak­ti­vi­tät von Beru­fen in Land­wirt­schaft und Gar­ten­bau infor­mier­te die Die­bur­ger Landrat‐Gruber Schu­le. Die Prä­sen­ta­ti­on war sehr anschau­lich gestal­tet und stieß auf gro­ßes Inter­es­se. (Bild und Text: Karl Joh­mann)

Ers­te prak­ti­sche Erfah­run­gen durf­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler dann beim Anschnei­den eines Bra­tens vom Hereford‐Rind sam­meln. Hier war Geschick­lich­keit mit dem Tran­chier­mes­ser gefragt.

Das Hand­werk hat gol­de­nen Boden“ heißt es immer wie­der und das ver­such­ten auch Micha­el Geis­ler, Geschäfts­füh­rer der Stahl‐ und Metall­bau GmbH „DAVID“ und Meis­ter Flo­ri­an Schraut den inter­es­sier­ten Schü­le­rin­nen und Schü­lern an die­sem Tag zu ver­mit­teln. 

Der kom­men­de Azu­bi soll­te von Tech­nik und teils spek­ta­ku­lä­ren Pro­jek­ten begeis­tert sein. Eine gewis­se Krea­ti­vi­tät an den Tag legen und ger­ne mit eige­nen Hän­den etwas schaf­fen. Mit­zu­brin­gen sind: Tech­ni­sches Ver­ständ­nis, hand­werk­li­ches Geschick, gute Kennt­nis­se in Mathe­ma­tik und Phy­sik, räum­li­ches Vor­stel­lungs­ver­mö­gen, Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und Sorg­falt, Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein sowie Zuver­läs­sig­keit und Team­geist.

Dafür bekommt der Azu­bi dann eine fun­dier­te Aus­bil­dung als Kon­struk­ti­ons­me­cha­ni­ker in der Fer­ti­gung und Mon­ta­ge. Ab dem 3. Lehr­jahr folgt die Spe­zia­li­sie­rung für künf­ti­ge Auf­ga­ben im Unter­neh­men. Nach drei­ein­halb Jah­ren und bestan­de­ner Gesel­len­prü­fung wird die Über­nah­me garan­tiert. Zudem bie­tet die Stahl­bau­fir­ma allen Gesel­len sich wei­ter zu qua­li­fi­zie­ren, Auf­stiegs­chan­cen zu nut­zen und die Mög­lich­keit den Tech­ni­ker oder Meis­ter zu machen. Ansprech­part­ne­rin für Bewer­bun­gen in Schaaf­heim ist Vera Leo­nar­di.

Wer nun aber ger­ne in frei­er Natur arbei­ten möch­te, der war bei der Landrat‐Gruber‐Schule aus Die­burg rich­tig. Jede Men­ge Infor­ma­tio­nen über Aus­bil­dungs­be­trie­be in den Berei­chen Land­wirt­schaft, Garten‐ und Land­schafts­bau, Flo­ris­tik sowie Zier­pflan­zen­bau ver­mit­tel­te Vol­ker Schaum, Fach­leh­rer und Koor­di­na­tor für den Bereich Agrar­wirt­schaft.

Schu­le und Aus­bil­dungs­be­trieb sind im dua­len Aus­bil­dungs­sys­tem ver­an­kert. Das bedeu­tet, der oder die Aus­zu­bil­den­de sind im Aus­bil­dungs­be­trieb in der Pra­xis tätig und kom­men dann in die Berufs­schu­le zum theo­re­ti­schen Unter­richt. Die Aus­bil­dungs­zeit erstreckt sich über 3 Jah­re und die Ver­gü­tung kann sich durch­aus sehen las­sen. Im 1. Lehr­jahr gibt es Brut­to 800 Euro, im 2. Lehr­jahr 900 Euro und im 3. Lehr­jahr 1.000 Euro. Die Chan­cen für Bewer­ber sind opti­mal, denn in vie­len Berei­chen fehlt das Fach­per­so­nal. Die Betrie­be wol­len des­halb, so der Fach­leh­rer, natür­lich eige­ne Leu­te aus­bil­den um sie dann auch spe­zi­ell für die Arbeit in ihrem Betrieb vor­zu­be­rei­ten.

Auf allen Fern­seh­ka­nä­len wird gekocht. Wo einst ein Alfred Bio­lek ein­sa­mer Vor­rei­ter in der Küche war, tum­meln sich heu­te rei­hen­wei­se die Köche. Aber nur weni­ge erlan­gen Kult­sta­tus. Wie Kochen rich­tig geht und durch­aus zu einem Event wer­den kann, das kre­iert der Cate­ring Ser­vice „Bant­schow & Bant­schow“. Beim Berufs­in­for­ma­ti­ons­tag der Groß‐Umstädter Ernst‐Reuter‐Schule warb er um Nach­wuchs. (Bild und Text: Karl Joh­mann)

Allei­ne im Bereich Land­wirt­schaft gibt es in der nähe­ren Umge­bung 18 land­wirt­schaft­li­che Aus­bil­dungs­be­trie­be die erfreut wären, einen jun­gen Men­schen für die Zukunft fit machen zu kön­nen. Wer sich mit der Natur ver­bun­den fühlt und bereit ist sich mit viel Enga­ge­ment auch ein­zu­brin­gen, der hat ganz gewiss hier eine Anstel­lung für das gan­ze Arbeits­le­ben. 

Und wer bei­spiels­wei­se mit viel Herz­blut bei einer Aus­bil­dung als Land­schafts­gärt­ner oder Gärt­ne­rin bei der Sache ist, der kann dann viel­leicht unter den Aus­er­wähl­ten sein die, wie jetzt, am Landschaftsgärtner‐Cup 2019 mit von der Par­tie sind: Von Schleswig‐Holstein bis Bay­ern, von Nordrhein‐Westfalen bis Sach­sen wett­ei­fern die bes­ten Aus­zu­bil­den­den aller zwölf Lan­des­ver­bän­de im April und Mai um die Qua­li­fi­ka­ti­on zur „Deut­schen Meis­ter­schaft“ der ange­hen­den Land­schafts­gärt­ner. Die Bun­des­gar­ten­schau in Heil­bronn bie­tet schließ­lich im Sep­tem­ber 2019 den per­fek­ten Rah­men für das Bun­des­fi­na­le der bes­ten Zwei­er­teams der ange­hen­den Land­schafts­gärt­ne­rin­nen und Land­schafts­gärt­ner. Am Ende wird das „Deut­sche Meister‐Team“ des Jah­res 2019 gebüh­rend gefei­ert wer­den.

Vor 150 Jah­ren lag die Lebens­er­war­tung eines Men­schen in Deutsch­land noch bei gera­de 40 Jah­ren. Frau­en wird inzwi­schen eine Lebens­er­war­tung von 83 Jah­ren pro­gnos­ti­ziert, Män­ner kom­men im Ver­gleich auf immer­hin noch 78 Jah­re. Gab es frü­her den Fami­li­en­bund der sich auch um sei­ne Alten küm­mer­te, leben die Kin­der inzwi­schen meist für sich im eige­nen Wohn­be­reich. Das hat zur Fol­ge, dass der Bedarf an Heim‐ und Pfle­ge­plät­zen wächst und die Nach­fra­ge nach pro­fes­sio­nel­len Pfle­ge­kräf­ten eben­so. Die Chan­cen auf die­sem Sek­tor beruf­lich tätig zu wer­den sind des­halb opti­mal.

Dar­über infor­mier­te beim Berufs­in­for­ma­ti­ons­tag die Dia­ko­nie­sta­ti­on Groß‐Umstadt/Otzberg. Vor Ort waren der exami­nier­te Alten­pfle­ger und Pra­xis­an­lei­ter Chris­toph Höf­ler und die ehe­ma­li­ge exami­nier­te Kran­ken­schwes­ter und dann zur Dia­ko­nie gewech­sel­te Maria Gio­mela­ki. Als Gast­red­ner war Jörg Rast, Geschäfts­füh­rer der Dia­ko­nie Sta­ti­on Groß‐Bieberau zur Schu­le gekom­men. 

Man muss den Beruf echt lie­ben, mein­te Maria Gio­mela­ki zu Beginn ihrer Aus­füh­run­gen. Bei die­sem Beruf gehe es um Men­schen und die Pfle­ge­kräf­te hät­ten eine hohe Ver­ant­wor­tung. Der Beruf kön­ne zwar manch­mal kör­per­lich und zugleich auch psy­chisch belas­tend sein, aber man bekom­me von den alten Men­schen vie­les an Dank­bar­keit zurück.

Pra­xis­an­lei­ter Chris­toph Höf­ler muss­te gleich zu Beginn sei­ner Aus­füh­run­gen dar­auf hin­wei­sen, dass der Aus­bil­dungs­be­ruf 2020 neu struk­tu­riert wer­de. Bestehen blei­be die ein­jäh­ri­ge Aus­bil­dung zum Alten­pfle­ge­hel­fer, bezie­hungs­wei­se Alten­pfle­ge­hel­fe­rin. Es wird dann aller­dings einen Zusam­men­wurf von Kran­ken­pfle­ge und Alten­pfle­ge geben. Die Aus­bil­dung erstre­cke sich wei­ter­hin auf drei Jah­re. Im ers­ten Jahr wer­den Kran­ken­pfle­ger und Alten­pfle­ger gemein­sam unter­rich­tet. Danach kön­ne man sich für bestimm­te Berei­che wie Kran­ken­pfle­ge, Kin­der­kran­ken­pfle­ge oder Alten­pfle­ge ent­schei­den. Der neue Berufs­be­griff hei­ße dann Pfle­ge­fach­mann oder Pfle­ge­fach­frau.

Bewer­bun­gen kön­nen über die Schu­le erfol­gen und zwar ziem­lich recht­zei­tig, am bes­ten bis zu einem Jahr vor Beginn der Aus­bil­dung. 

Man sieht, das Ange­bot beim Berufs­in­for­ma­ti­ons­tag war sehr viel­schich­tig, inter­es­sant und eigent­lich war für jeden etwas dabei, zumal es ja auch noch zahl­rei­che wei­te­re Fir­men gab, die um Nach­wuchs war­ben.

Text: Karl Joh­mann (aus: Oden­wäl­der Bote, 19.03.2019)