Zwei Schulen kooperieren / Kooperation zwischen Max-Planck-Gymnasium und Ernst-Reuter-Schule

Zwei Schulen kooperieren

Max-Planck-Gymnasium und Ernst-Reuter-Schule wol­len enger zusam­men­ar­bei­ten. Bil­dung in Groß-Umstadt soll fle­xi­bler und ver­netz­ter wer­den, um Syn­er­gien im Schul­all­tag zu schaffen.

Text und Bil­der: Doro­thee Dor­schel, erschie­nen am 27.11.2025 im Darm­städ­ter Echo

Eine Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung haben die Ver­tre­ter der bei­den wei­ter­füh­ren­den Schu­len in Groß-Umstadt unter­zeich­net, für das Max-Planck-Gymnsaium Schul­lei­ter Tobi­as Cat­ta und Ober­stu­fen­lei­te­rin Tat­ja­na Stein­ke, für die Ernst-Reuter-Schule Fran­zis­ka Kurtz, stell­ver­tre­ten­de Direk­to­rin und Vol­ker Hart­mann, Rek­tor (von links). Foto: Doro­thee Dorschel

Gross-Umstadt (doro) Künf­tig enger zusam­men­ar­bei­ten wol­len die zwei wei­ter­füh­ren­den Schu­len in Groß-Umstadt. Dazu haben das Max-Planck-Gymnasium (MPG) und die inte­grie­ren­de Gesamt­schu­le Ernst-Reuter-Schule (ERS) jetzt eine Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung geschlos­sen. Ziel ist es, den Über­gang zwi­schen den Schul­for­men zu erleich­tern, Trans­pa­renz über die Bil­dungs­we­ge her­zu­stel­len und Syn­er­gien im schu­li­schen All­tag zu nutzen.

Die Chan­ce, neue Zei­ten anbre­chen zu las­sen und mit­ein­an­der zu arbei­ten, sieht Tobi­as Cat­ta, Schul­lei­ter des MPG, in der Ver­ein­ba­rung. In der Ver­gan­gen­heit sei oft­mals eine Kon­kur­renz­si­tua­ti­on zwi­schen bei­den Schu­len wahr­ge­nom­men wor­den. „Wir haben Schü­le­rin­nen und Schü­ler in Groß-Umstadt, die in ihrer Lauf­bahn sowie­so bei­de Schu­len mal wahr­neh­men.“ Er sehe dar­in kei­ne Kon­kur­renz, schließ­lich woll­ten alle das Glei­che, näm­lich allen die best­mög­li­che Aus­bil­dung vor Ort zukom­men zu lassen.

Vie­le Schü­ler besuch­ten die ERS bis zur 10. Klas­se, gin­gen danach aller­dings wei­ter woan­ders zur Schu­le, um ihr Abitur nicht in Groß-Umstadt zu machen. „Wie­so schaf­fen wir es nicht, die­se hier vor Ort zu hal­ten? Gera­de wenn doch hier das glei­che Sys­tem auch ange­bo­ten wird“, so Cat­ta. Bis­her wech­seln so gut wie alle Schü­ler der Ernst-Reuter-Schule nach der 10. Klas­se nach Die­burg an die Landrat-Gruber-Schule oder die Alfred-Delp-Schule. Fast geschlos­sen, wie die stell­ver­tre­ten­de ERS-Direktorin Fran­zis­ka Kurtz sagt. Die neu­en Zie­le zu ver­schrift­li­chen, wür­den dabei hel­fen, sich zu erin­nern, dass und was man hier in Groß-Umstadt Gemein­sa­mes errei­chen kön­ne und wolle.

Ziel sei, dass die Kin­der hier vor Ort ihre schu­li­sche Lauf­bahn abschlie­ßen kön­nen, wünscht sich auch ihr Kol­le­ge Vol­ker Hart­mann. Der Rek­tor an der ERS betont aller­dings auch, froh dar­über zu sein, dass man so unter­schied­li­che Schul­for­men in einem Ort habe. „Man­che brau­chen das Anfor­de­rungs­po­ten­zi­al eines Gym­na­si­ums. Mehr Leis­tungs­druck. Ande­re kön­nen das so nicht leis­ten, dann sind sie bei uns bes­ser auf­ge­ho­ben. Das ist doch gut.“ Dafür habe das Land auch immer Sor­ge getra­gen, dass es das in der Gemein­de und im Umfeld gibt.

Künf­tig wol­le man Hand in Hand gehen. So ver­an­stal­tet die ERS jähr­lich einen Infor­ma­ti­ons­abend für Eltern und Schü­ler der 10. Klas­sen zum Über­gang in die gym­na­sia­le Ober­stu­fe oder in eine Berufs­aus­bil­dung. An die­sen Aben­den wer­den Ver­tre­ter des MPG über die Anfor­de­run­gen der gym­na­sia­len Ober­stu­fe und die dort gege­be­nen Wahl­mög­lich­kei­ten infor­mie­ren. Außer­dem erhal­ten Zehnt­kläss­ler der ERS die Mög­lich­keit, an aus­ge­wähl­ten Tagen im Unter­richt der MPG-Oberstufe zu hos­pi­tie­ren. Auch Lehr­kräf­ten soll die Gele­gen­heit gege­ben wer­den, auf Wunsch im Rah­men einer Hos­pi­ta­ti­on Ein­blick in die Unter­richts­ar­beit der jeweils ande­ren Schu­le zu bekommen.

Dass die Schü­ler im Mit­tel­punkt ste­hen sol­len, ist man sich einig. Es gehe ja nicht nur um jene, die in der Ober­stu­fe ans MPG kom­men, son­dern auch um die Schü­ler, die im Lau­fe ihrer Mit­tel­stu­fen­lauf­bahn vom MPG zur ERS wech­sel­ten. „Wie kön­nen sie von uns mög­lichst so sta­bil an die ERS gehen, dass sie dort erfolg­reich ihren schu­li­schen Wer­de­gang wei­ter­füh­ren“, so Cat­ta. Zei­ten änder­ten sich, Schü­ler­kli­en­tel eben­so. „Wir kön­nen immer noch starr vor uns hin wer­keln, aber die Kli­en­te­le ver­än­dern sich. Es gibt nicht mehr den typi­schen Gym­na­si­as­ten oder den typi­schen Real­schü­ler. Da müs­sen wir uns als Sys­te­me öff­nen und ein Stück weit neu erfinden.“