Schule setzt Friedenszeichen
Antwort auf Vandalismus und rechtsradikale Schmierereien: Mit einem großen „Peace“-Zeichen setzt die Ernst-Reuter-Schule ein starkes Zeichen für Vielflat und Demokratie
Text und Bilder: Dorothee Dorschel, erschienen am 26.06.2026 im Darmstädter Echo
(dor) Mit einem riesengroßen Peace-Zeichen hat die Groß-Umstädter Ernst-Reuter-Schule (ERS) ein deutliches Zeichen für Vielfalt und Demokratie gesetzt. Um dem Vandalismus und rechtsradikalen Schmierereien, mit denen vor rund vier Wochen das Innere des Schulgebäudes massiv verunstaltet wurde, etwas entgegenzusetzen, wolle man mit diesem Symbol für Frieden und Freiheit eindeutig Stellung beziehen, wie Rektor Volker Hartmann erklärt.

Die Schulleitung habe nach dem Vorfall überlegt, was zu tun sei, um nach außen, aber auch innen deutlich zu machen: „Wir wollen das nicht unterstützen, wir lassen es nicht zu, was an unserer Schule passiert ist.“ So reifte der Plan, ein riesengroßes Peace-Zeichen auf dem Schulhof mit allen Schülern und Lehrern zu bilden, als eine Einheit, eine große Schulgemeinschaft aufzutreten. Es sei schließlich d a s Symbol für alle da draußen in der Welt, findet Hartmann. In einem Brief habe man die Eltern informiert und in einem ziemlichen Aufwand die fast 800 Schülerinnen und Schüler sich entsprechend aufstellen lassen. Alle kamen in einem weißen T‑Shirt, während sich das Kollegium teils eigene T‑Shirts bedrucken ließ. „Für Freiheit, Toleranz, Demokratie und Menschenrechte“ stand da zu lesen oder auch „Lehrer:in gegen Nazis – weil Geschichte kein Wahlfach ist“.

Die Kinder seien dafür sehr empfänglich gewesen, wie Hartmann hinzufügt. Über den Anlass zu dieser Aktion seien alle vor Ort auch nochmal entsprechend informiert worden. „Wir haben den Kindern gesagt, was hier im Haus passiert ist und dass wir das nicht akzeptieren. Niemals mehr Nazis. Es war uns wichtig, dass die Kinder auch noch mal erfahren, dass das ihre Schule ist und dass wir so etwas an ihrer und unserer Schule nicht hinnehmen.“ Es habe die Schülerinnen und Schüler sichtlich bewegt. „Es hat was gemacht.“

Man habe die Schmierereien natürlich mit den Kindern thematisiert, in den Klassen. Auch nach den Sommerferien soll das Ganze vermehrt und für alle Altersstufen entsprechend aufgegriffen werden. „Unsere Schule steht für Frieden und Freiheit. Wir sind so bunt, wir haben hier nahezu alle Grade des Förderbedarfs und so viele Nationalitäten. Wir dulden nicht dieses rechtsradikale Gut und in unserer Schule schon mal gar nicht. Dieses Zeichen haben wir gesetzt.“