Schulpsychologische Informationen für Eltern

Elterninformation
des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Darmstadt-Dieburg
und die Stadt Darmstadt

Ralph von Kym­mel
Lei­ter des Staat­li­chen Schul­am­tes

Lie­be Eltern,

die durch das Corona-Virus her­vor­ge­ru­fe­ne Situa­ti­on betrifft uns alle: Schü­le­rin­nen und Schü­ler dür­fen die Schu­len nicht mehr besu­chen, und für vie­le Eltern ist der Arbeits­all­tag in sei­ner gewohn­ten Art und Wei­se unter­bro­chen. Für Fami­li­en stellt dies eine gro­ße Her­aus­for­de­rung dar, weil gewohn­te All­tags­ab­läu­fe und Struk­tu­ren nicht mehr vor­han­den sind.

Wir wis­sen nicht, wie lan­ge die­se Aus­nah­me­si­tua­ti­on noch anhal­ten wird. Daher haben wir für Sie aus schul­psy­cho­lo­gi­scher Sicht eini­ge Hin­wei­se zusam­men­ge­stellt: 

Jedes Kind, jede und jeder Jugend­li­che reagiert auf belas­ten­de und ver­un­si­chern­de Situa­tio­nen anders. Die meis­ten Kin­der und Jugend­li­chen pas­sen sich gut an die neue Situa­ti­on an und erle­ben wenig Belas­tung. Eini­ge reagie­ren mög­li­cher­wei­se ängst­lich, ver­un­si­chert oder ner­vös und reiz­bar. Dabei kön­nen kör­per­li­che Sym­pto­me wie Müdig­keit, Kopf- und Bauch­schmer­zen oder Appe­tit­ver­lust auf­tre­ten eben­so wie Ein- und Durch­schlaf­pro­ble­me. Ande­re Jugend­li­che reagie­ren mit Unver­ständ­nis und Unwil­len auf die außer­ge­wöhn­li­che und ein­schrän­ken­de Situa­ti­on und kön­nen sich nur schwer dar­auf ein­las­sen.

Sie kön­nen für sich und Ihr Kind eini­ges tun. Zei­gen Sie Zuver­sicht, Ruhe und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein in Ihren Wor­ten und Taten:

  • Geben Sie Ihrem Kind eine fes­te Tages­struk­tur mit aus­ge­wo­ge­nen Akti­vi­tä­ten (Lern,- Medien- und Spiel­zei­ten), regel­mä­ßi­gen gemein­sa­men Mahl- und Schla­fens­zei­ten. Auch Jugend­li­che pro­fi­tie­ren von einer fes­ten Struk­tur. Pla­nen Sie den Tag oder die Woche gemein­sam (z.B. mit­hil­fe eines Über­sichts­plans oder Kalen­ders). Auch Ihnen als Eltern gibt ein abge­stimm­ter Tages­ab­lauf in die­ser Situa­ti­on Struk­tur und erspart man­che Dis­kus­si­on.

  • In der Regel hat Ihr Kind von sei­nen Leh­re­rin­nen und Leh­rern bereits Auf­ga­ben erhal­ten bzw. bekommt die­se fort­lau­fend zuge­sen­det. Ver­su­chen Sie die­se Lern­an­ge­bo­te fest in der Tages­struk­tur zu ver­an­kern. Für Kin­der und Jugend­li­che bleibt so ein Teil Ihrer All­tags­rea­li­tät erhal­ten – dies gibt Sta­bi­li­tät. Soll­te Ihr Kind über­for­dert reagie­ren oder das Pen­sum nicht bewäl­ti­gen kön­nen, blei­ben Sie gedul­dig und wen­den Sie sich gege­be­nen­falls an die ent­spre­chen­de Lehr­kraft. Beden­ken Sie, für Ihr Kind ist dies eine neue Lern­si­tua­ti­on und es braucht unter Umstän­den etwas Zeit, um nach und nach bes­ser selbst­stän­dig ler­nen und arbei­ten zu kön­nen. Aber auch die Lehr­kräf­te sam­meln Erfah­rungs­wer­te mit der neu­en Form des Unter­rich­tens und müs­sen sich dar­auf ein­stel­len.

  • Ihr Kind kann von Ihnen ler­nen, mit der schwie­ri­gen Situa­ti­on beson­nen umzu­ge­hen. Spre­chen Sie mit Ihrem Kind dar­über, was Ihnen selbst in belas­ten­den Situa­tio­nen gehol­fen hat. Sie kön­nen als Fami­lie sam­meln, was jedem Fami­li­en­mit­glied gut­tut, ablenkt und Lan­ge­wei­le vor­beugt (z.B. Lesen, mit dem Haus­tier spie­len, Musik­hö­ren, Tele­fo­nie­ren, sich Bewe­gen) und schrei­ben dies z.B. auf ein gro­ßes Blatt Papier. So erhal­ten Sie eine bun­te Aus­wahl an Ver­hal­tens­mög­lich­kei­ten. Auch Sie als Eltern bekom­men dar­über wie­der Kon­takt zu Ihren eige­nen Stär­ken und Vor­lie­ben.

  • Ver­deut­li­chen Sie den Kin­dern und Jugend­li­chen, dass sie durch die Ein­hal­tung der emp­foh­le­nen Maß­nah­men einen wich­ti­gen Bei­trag für die Gesell­schaft leis­ten. In die­sem Bewusst­sein wird es Ihnen selbst und den Kin­dern und Jugend­li­chen leich­ter fal­len, die Ver­hal­tens­re­geln ein­zu­hal­ten. Schrän­ken Sie also per­sön­li­che Begeg­nun­gen ins­ge­samt und auch unter Kin­dern und Jugend­li­chen sehr stark ein und ermög­li­chen Sie des­halb bewusst Kon­tak­te vor allem zum Freun­des­kreis und zu Mit­schü­le­rin­nen und Mit­schü­lern z.B. mit­hil­fe der sozia­len Medi­en, Video-Chats und des Tele­fons. Ach­ten Sie auf die Ein­hal­tung der Hygie­ne­re­geln. Sei­en Sie auch hier Vor­bild. Erklä­ren Sie die Bedeu­tung aller Maß­nah­men mög­lichst alters­an­ge­mes­sen.

Infor­mie­ren Sie sich über Aktu­el­les nur auf seriö­sen, ver­trau­ens­wür­di­gen Sei­ten, z.B. auf der Sei­te des Robert-Koch-Instituts (www.rki.de oder https://www.hessen.de/). Beant­wor­ten Sie vor die­sem Hin­ter­grund Fra­gen Ihres Kin­des ehr­lich und auf alters­an­ge­mes­se­ne Wei­se, denn Kin­der haben ein Recht zu wis­sen, was um sie her­um pas­siert. Bespre­chen Sie mit Ihrem Kind aber nicht alles, was viel­leicht ein­tre­ten könn­te, um es nicht zu ver­un­si­chern. Beschüt­zen Sie Ihr Kind vor unnö­tig beun­ru­hi­gen­den Bil­dern aus dem Fern­se­hen und dem Inter­net.

Falls die der­zei­ti­ge Situa­ti­on bei Ihnen zu Hau­se zu Belas­tun­gen führt und Sie hier­zu ger­ne pro­fes­sio­nel­le Bera­tung in Anspruch neh­men wür­den, haben wir im Staat­li­chen Schul­amt von Mon­tag – Frei­tag in der Zeit von 09:00–16:00 Uhr eine zen­tra­le Tele­fon­num­mer für Ihre Bera­tungs­an­lie­gen ein­ge­rich­tet:

Schulpsychologisches Beratungstelefon

für Eltern und Schü­le­rin­nen und Schü­ler aus dem Land­kreis Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darm­stadt:

06151 / 3682 – 365

Ich wün­sche Ihnen in die­ser Situa­ti­on viel Kraft, Durch­hal­te­ver­mö­gen und Fin­ger­spit­zen­ge­fühl. Blei­ben Sie und Ihre Kin­der vor allem gesund!

Mit herz­li­chen Grü­ßen
gez. Ralph von Kym­mel

Alle Infor­ma­tio­nen zum Bera­tungs­te­le­fon des Staat­li­chen Schul­am­tes für Eltern sowie Schü­ler und Schü­le­rin­nen gibt es auch hier in ver­schie­de­nen Spra­chen als pdf-Download:

Deutsch

Tür­kisch

Ara­bisch

Eng­lisch

Pol­nisch

Far­si 1 Far­si 2

Rumä­nisch

Russ­sisch

________________________________________________________________________________

Weitere Informationen zu zusätzlichen
schulpsychologischen sowie allgemein-
psychologischen Beratungen
gibt es hier:

zum The­ma:

Digi­ta­les Ler­nen – Emp­feh­lun­gen für Eltern aus schul­psy­cho­lo­gi­scher Sicht
-> pdf-Downlaod

Schul­psy­cho­lo­gi­sche Bera­tung für Fami­li­en (Schul­äm­ter) /
Corona-Krisentelefon (Zen­trum für Psy­cho­the­ra­pie der Goethe-Universität Frank­furt) /
Num­mer gegen Kum­mer (Kinder- und Jugend­te­le­fon)
-> pdf-Download

Fort­füh­rung des Ler­nens außer­halb des Lern­orts Schu­le – Emp­feh­lun­gen für Eltern aus schul­psy­cho­lo­gi­scher Sicht
-> pdf-Download

Lern­mo­ti­va­ti­on – Emp­feh­lun­gen für Eltern aus schul­psy­cho­lo­gi­scher Sicht
-> pdf-Download

Umgang mit Stress und Belas­tung – Emp­feh­lun­gen für Eltern aus schul­psy­cho­lo­gi­scher Sicht
-> pdf-Download